Unsere Pfarrkirche


 

 

 

 

 

 




Liebfrauenkirche
Patronatsfest: 8. Dezember

Unsere Kirche ist ein „Kraft-Ort“, ein Ort, wo Menschen Kraft schöpfen aus der Begegnung mit dem Wort Gottes, aus der gemeinsamen Feier der Eucharistie, dem Gebet und der Begegnung untereinander. Wir haben eine „offene“ Kirche, die täglich von morgens bis abends geöffnet ist für Menschen, die hier innehalten wollen. In unserer Kirche soll das Leben der Menschen zur Sprache kommen, ihre tiefsten Nöte und ihre höchsten Freuden. Wie viele Tränen wurden hier schon geweint, welche innigen Umarmungen haben Hochzeitspaare hier erlebt, wie viele Menschen haben sich hier die Hände zum Frieden gereicht, welche Freuden haben Menschen in ihren Dankgebeten zum Ausdruck gebracht und welche geheimen Sorgen in ihren Bittgebeten. Und immer wieder erklingt hier das gemeinsame Gotteslob. Dankbar schauen wir zurück auf die Menschen, die sich für den Bau und den Unterhalt der Kirche eingesetzt haben.


Zur Geschichte

Im September 1919 kam der Rütner Pfarrer Johann Lucas als Seelsorger nach Hinwil. Am 4. Juli 1920 folgte die Grundsteinlegung für die Kirche nach den Plänen von J. Steiner, die bereits im Dezember (noch im Rohbau) eingesegnet wurde. Für die arme katholische Bevölkerung war es ein grosses Werk, das nur möglich war durch den grossen Einsatz der Pfarreiangehörigen und dank der Hilfe von aussen. Am 1. Januar 1922 wurde Hinwil durch ein bischöfliches Dekret zur eigenen Pfarrei. Die festliche Einweihung der Kirche erfolgte erst am 28. August 1927. Im Jahre 1977 begann die Umgestaltung und Erweiterung der Kirche nach den Plänen des Architekten Walter Bosshart, der für die innere Ausgestaltung den Künstlers Josef Caminada gewinnen konnte. Der einfache, stilvolle Kirchenraum lädt ein zur gemeinsamen Feier des Glaubens. Am 18. Juni 1978 wurde die umgebaute Kirche feierlich eingeweiht.
 

Rundgang durch die Kirche

  Der runde Altar ist gleichsam der runde Tisch, um den sich unsere Pfarreigemeinschaft immer wieder versammelt. Hier gibt es keinen Vorrang, alle sollen hier mit ihrer Eigenart bei der Eucharistiefeier Platz haben, wenn wir der Bitte Jesu folgen: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Mit den drei tragenden Pfeilern für die runde Tischplatte ist ein Dreieck angedeutet, das auf den dreieinen Gott hinweist.

  Der Ambo ist der Ort der Verkündigung. Er hat die Grundform eines Pfeils, der die Richtung angibt. Das Wort Gottes soll ankommen bei den Menschen in der Kirche und ausserhalb der Kirche. Um die Bedeutung und die Verbindung von Altar und Ambo zu untersteichen sind beide aus edlem Redwood-Holz hergestellt.

  Der Tabernakel, der Aufbewahrungsort des eucharistischen Brotes, ruft uns mit dem ewigen Licht die Gegenwart Christi in Erinnerung. Der Künstler schreibt dazu: „Ich habe aus einem würfelförmigen Schrein eine Rundung herausgenommen und so die Form eines Gefässes (Kelches) erhalten. Daraus treten zwei verschieden rote Kreisbogen hervor, darstellend den Wein, das Blut, die Wandlung. Und über diesen Bogen bildet sich ein winklig gebrochener weisser Halbkreis, gleichsam das Brot des Lebens - die Freude - die Auferstehung.“

  Das Kreuz steht mit dem Tabernakel in engster Beziehung. Dies wird durch die gleichen Formelemente und die gleichen Materialien (Schmiedeisen und Feueremail) offenkundig. Die rote Farbe ist ein Hinweis auf die Liebe Christi.

  Der Taufstein, aus Mägenwiler Muschelkalk gehauen, will die Lebensquelle symbolisieren. Für alle sichtbar steht er vorne und erinnert uns bei jedem Kirchenbesuch daran, dass wir durch die Taufe hineingenommen wurden in die Gemeinschaft der Christen.

  Die Orgel, mit zwei Manualen wurde von der Firma Kuhn AG in Männedorf gebaut und am 16. Juni 1985 eingeweiht.

  Die Turmkapelle ist ein Ort, der einlädt zum persönlichen Beten. Hier befindet sich eine russische Ikone, die über Umwege nach Hinwil gekommen ist. Es ist eine seltene Darstellung von Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Ein kleines Schwert durchdringt das Herz der Mutter wie es Worte des alten Simeon vorher gesagt haben: „Ein Schwert wird deine Seele durchdringen.“ Im Laufe der Zeit pilgerten viele Mütter hierher mit der Bitte um eine gute Geburt und Eltern kamen mit den Sorgen um ihre Kinder. Täglich kommen Menschen in die Kapelle, zünden ein Kerzchen an und verweilen im stillen Gebet.